Kunstgenuss - Buch

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Kunstgenuss - Buch

In diesem "Kunstgenuss" - Buch vereinigt sich die Kunst der Schauspielerei mit der Kunst des Backens und der Genuss beider beim Verzehr der Produkte.

Schauspieler, die auf der Bühne und vor der Kamera stehen, standen für uns in der Backstube und kreierten feinste Konditoreiwaren. Für viele ging ein kleiner Traum in Erfüllung: Stollen backen, Trüffel fertigen, Schokolade gießen, Baumkuchen drehen, ein außergewöhnliches Brot kneten, sowie dem traditionellen sächsischen Trend folgend: eine Eierschecke, Bebe oder eine LPG-Torte in den Ofen zu schieben.

24 Prominente Darsteller fertigten mit einem Dresdner Meisterkonditor 24 leckere Spezialit&äuml;ten, deren Rezepte Sie in diesem Buch finden, sowie die Biografien der Schauspieler und heitere Fotos vorm Backofen. Ein lebendiges Best-of-Backstube finden Sie auf der beigelegten DVD.


„Kunstgenuss“ - ein Backbuch der besonderen Art.

Alfred Müller – die Biografie

„Als Schauspieler muss man auch ein bisschen Glück haben“, sagt Alfred Müller. Er  bezeichnet seinen Spionagefilm „For Eyes Only“ als Glücksfall, mit dem er 1963 quasi über Nacht berühmt wurde. Doch auch mit solchem Erfolg bleibt das Leben nicht ohne Fragen. Wie geht man mit dem schnellen Ruhm um? Bleibt er eine Eintagsfliege? Kann man etwas nachsetzen? Wie behält man Bodenhaftung, bleibt Mensch und Kollege? Solche Gedanken zur Lebens- und Berufsphilosophie zeichnen Alfred Müller aus. Nach dem Film wurde er oft als  der „ostdeutsche James Bond – 007“ bezeichnet, was ihm missfällt, denn er meint, hier vergleiche man Äpfel mit Birnen. James Bond ist eher ein Superman, also eine Satire, ein Märchen für Erwachsene. Seine Figur, der Agent Hansen, der die CIA überlistet, ist ein Mensch und der Film ein spannender, feiner Thriller nach einer wahren Begebenheit.

Doch bevor dieser Film in die Kinos kam, spielte das Leben des jugendlichen Alfred   Achterbahn. Im Krieg geriet er in französische Gefangenschaft und spielte mit dem Gedanken, nach der Gefangenschaft in Frankreich zu bleiben. Doch seine Mutter schickte ihm eine Zeitungsannonce, in der es hieß, dass die DEFA kostenlos Schauspieler ausbildet. Das war verlockend und so kam er nach fünf Jahren Frankreich zurück nach Berlin in den Prenzlauer Berg. Er ging zur DEFA und schon gab es das erste Missverständnis mit der Doppeldeutigkeit des Begriffes „Vorsprechen“.
  • Ich wollte bei Ihnen mal wegen der Annonce vorsprechen.
  • Ja, was wollen Sie denn vorsprechen?
  • Na, ich spreche doch gerade bei Ihnen  vor, wegen der Annonce zur Schauspielerei.
  • Ja, schön, aber welche Rolle?
  • Wie, welche Rolle?
  • Hören Sie, was haben Sie denn gelernt?
  • Ich bin gelernter Mechaniker.
  • Na, sehen Sie, das ist doch auch ein schöner Beruf.
Damit  war das Gespräch beendet. Ein Freund sagte ihm, er dürfe nirgendwo sagen, dass er einen Facharbeiterberuf hat, denn es bestünde die Gefahr, dass alle Qualifizierten zu den Russen geholt werden. So schrieb er ab sofort auf alle Formulare: Schauspielschüler. Obwohl  er zu diesem Zeitpunkt noch keine Schauspielschule von innen gesehen hatte. Das geschah dann aber 1952, er wurde Student an der gerade neugegründeten Staatlichen Schauspielschule Berlin.

1955 ging er als Absolvent nach Senftenberg, wo er auf Horst Schönemann traf, mit dem er sich auf gleicher Wellenlänge befand und sensationelle Rollen spielte. Im Theater lief ihm eines Tages ein junges Mädchen  über den Weg, das ihn sehr beeindruckte und das er, ob seiner Ausstrahlung, als Sängerin in das musikalische Ensemble einordnete. Ab und zu schlich er sich in die Proben des Musiktheaters, um dieses Mädchen wiederzusehen. Doch vergebens. Dann musste er zur Kostümanprobe in die Schneiderei. Da saß sie an der Nähmaschine und nähte sein Kostüm. Dieses Mädchen wurde seine Frau und ging 1959 mit ihm nach Berlin, als Alfred mit Horst Schönemann und drei anderen Kollegen ans Maxim-Gorki-Theater engagiert wurde. 1962 inszenierte Schönemann die „Reise um die Erde in 80 Tagen“ nach Jules Verne mit Alfred Müller in der Hauptrolle als Phileas Fogg. Die Berliner stürmten vor Begeisterung das Theater,  auch der Filmregisseur János Veiczi. Nach der Vorstellung engagierte er den beim Film unbekannten Müller für „For Eyes Only“. Nach diesem Werk sollte er alle DDR-Agenten im Dienste des Staates spielen. Doch er wollte sich nicht festlegen lassen und wählte vorsichtig aus. 1965 spielte er die Hauptrolle in „Das Kaninchen bin ich“.  Nach dem Verbot des Film durch Justizministerin Hilde Benjamin schrieb der Hauptdarsteller einen glühenden Brief an den Chefideologen der SED, Kurt Hager, in dem er die Wichtigkeit und Wahrheit des Films zur inneren Demokratie in der DDR postulierte . Auf Antwort  wartet er bis heute.

1968  bot man ihm Karl Marx an, in der Verfilmung des Kinderbuches „Mohr und die Raben von London“. Diese ideologische Sockelfigur als Menschen zu spielen, hat ihn gereizt. 1975 erhielt er den Goethepreis der Stadt Berlin.
Sehr engagierte er sich in einer Fernsehreihe über Biografien von Charité-Ärzten, in welcher er Prof. Ferdinand Sauerbruch darstellte.
Neben Theater und Film erarbeitete er mit Gisela May erst ein Brecht-, dann ein Tucholsky-Programm, mit dem beide durch die Welt reisten und wegen der hervorragenden Zusammenarbeit danach das Programm „Im Ernst, wir meinen es heiter“, in dem Alfred Müller sang, tanzte, spielte und rezitierte, was volle Säle bei bester Unterhaltung garantierte.

Am Theater in Dessau war er unter der Regie von Helmut Straßburger „Der Hauptmann von Köpenick“ und bei einem Gastspiel in Rheinland-Pfalz jubelte die Presse, dass Müller selbst Heinz Rühmann in den Schatten stellt.
Ein Gastauftritt im „Kessel Buntes“ bescherte ihm in einer Gerichtsszene mit Helga Hahnemann den hundertfach wiederholten Sketch, in dem Alfred Müller in Robe der Richterhammer zerbrach, worüber Publikum und Darsteller sich scheckig lachten.
Während eines Urlaubs traf er zufällig Hans-Joachim Preil, der ihn fragte, ob er nicht Lust hätte, in einem Silvesterschwank zu spielen und ihm das Textbuch gab. Alfred sagte: „Ja, wenn ich mir die Rolle aussuchen kann?“  Er suchte sich Alois Wachtel und spielte sechs Jahre lang den beliebten Postbriefträger mit dem Oberlausitzer Dialekt. Der Schwank erreicht in jedem Jahr riesige Einschaltquoten.
1994 tat sich ein neues Betätigungsfeld auf. Alfred Müller lernte in einer Talkshow den Regisseur und Choreografen Helmut Baumann kennen und begann in Musicalproduktionen im Berliner Theater des Westens mitzuwirken. Sechs Jahre gastierte er in „Anything goes“ als besoffener Millionär, in „Hello Dolly“ als Vandergelder und als General in „Piraten“ sowie im Klassiker „My fair Lady“ als Oberst Pickering.
In Dresden spielte er an der Komödie in „Der Raub der Sabinerinnen“ und „Das Geld liegt auf der Bank“. Er spürte, dass hier „sein Publikum“ lebte, dass es ihn auf Händen trug. Als seine Entscheidung feststand, sich von der Bühne zu verabschieden, wollte er das in Dresden tun und spielte im Herbst 2006 in „Eine gute Partie“ furios und kraftvoll die Figur des Fred Kowinski, die oft mit Bravorufen belohnt wurde.

Jetzt will er kürzer treten und sucht auf seiner Usedomer Datsche Ruhe und Besinnlichkeit. Alfred Müller ist nach langer Karriere aber nicht nur beim Publikum beliebt. Sein ehrlicher, optimistischer und intelligenter Charakter sowie seine professionelle und kollegiale Arbeitsweise machen ihn zum Vorbild für viele junge Kollegen, für die er Nestor und Legende zugleich ist. Wenn man sich mit ihm unterhält, entsteht eine Grundheiterkeit, egal wie tiefgreifend die Themen sind. Sein Humor ist unverwüstlich, auch wenn er heute, mit der Weisheit des Alters, lacht und sagt: „Da habe ich nun 35 Jahre versucht, ernste Kunst zu machen und das, woran sich die Leute am besten erinnern, sind Alois Wachtel und ein kaputter Hammer!

Anekdote:

Schon als Jugendlicher spielte ich mit dem Gedanken, Schauspieler zu werden. Doch die Ausbildung war teuer. So habe ich all meinen Verwandten, Freunde und Bekannten, die mir zur Kommunion etwas schenken wollten, um Geld gebeten. Es kamen 1300 Reichsmark zusammen. Das war sehr viel Geld.  Als ich es nach dem Krieg  benötigt hätte, betrug die Summe durch die Abwertung nur noch 130 Mark. Dafür gab es auf dem Schwarzmarkt gerade mal ein Brot.

Lieblingswitz:

Treffen sich zwei Alte.
„Na, Alter, gehst du in die Kirche?“
„Nee, nee! Ich geh’ ja in die Kirche.“
„Ach so! Ich dachte, du gehst in die Kirche.“


Alfred Müller – das Rezept

Blätterteigtaschen
Blätterteig nach Grundrezept (ist vorn im Buch)
Pflaumen und/oder  Aprikosen halbiert
Aprikosenmarmelade
Fondant (Zuckerguss)
Süßer Quark
Puderzucker

Arbeitsgänge:

Blätterteig 3 – 4 mm dick ausrollen und in ca.  5 x 5 cm große Stücke schneiden.
Zwei 1 cm breite und ca. 10 cm lange  Blätterteigstreifen  werden in die Form einer Acht gelegt und über Kreuz auf das ausgeschnittene Rechteck gelegt.
In die Mitte kommt ein Esslöffel-großes Häufchen des süßen Quarks.
Auf den Quark wird die Frucht gelegt und leicht angedrückt.
Im vorgeheizten Ofen  bei 200° C  20-30 Minuten backen.
Die fertig gebackenen Taschen mit Aprikosenmarmelade bestreichen, danach das Fondant. Nach Wunsch auch mit Puderzucker bestäuben.


Theatermitglied:
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